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Donnerstag, 27. September 2012

Ein Brief an Josef

zu 1. Mose 37 - 41

Hallo, Josef!

Was du alles erlebt hast! Und stell dir vor: noch tausende Jahre später lesen wir es immer mal wieder in der Bibel. Denn was du mit GOTT erlebt hast, hat GOTT aufschreiben lassen. In deiner Lebensgeschichte steckt ganz viel Lebenshilfe für uns. Obwohl sich unsere Welt total geändert hat und wir heute in ganz anderen Situationen leben als du.
Heute sprach es mich an, welchen Namen du deinem zweiten Sohn gabst: Efraim, denn du sagtest: "GOTT hat mich wachsen lassen im Land meines Elends." Eine starke Aussage! Aber auch ich kann sie unterstreichen und selbst von ganzem Herzen unterschreiben. Ich habe es auch so erlebt, wenn auch ganz anders als du. Ich finde es faszinierend, wie GOTT dich veränderte - ohne Trauma-Therapie. Als junger Kerl warst du zwar der Lieblingssohn deines Vaters, standest aber mit deinen Mitmenschen, deinen Brüdern auf Kriegsfuß. So sehr, dass sie dich töten wollten.
Wie sah es wohl in deinem Herzen aus, als du in der Grube stecktest, dann verkauft wurdest und auf dem Weg nach Ägypten warst? Was hast du wohl alles  noch erlebt, was nicht aufgeschrieben wurde.
http://www.online-bibelkurs.de/bibelkurs/kinder/imgs/24img2.gifIm Haus Potifars ging es dir zunächst soweit gut, denn der HERR war mit dir und ließ dir all dein Tun gelingen. Hier war doch schon eine Veränderung an und in dir geschehen? ob du oft mit GOTT im Gespräch warst? Erzählt wird nichts davon.

Ja, und dann hatte die Frau deines Chefs ein Auge auf dich geworfen. Du bliebst fest und wolltest dich nicht auf sie einlassen. Wow! Doch als sie dein Gewand zu fassen bekam, witterte sie ihre Chance, dir eins auszuwischen, weil du ihr nicht zu Willen warst. http://www.catrin-baisch.de/tl_files/catrinswebsite/content/bibel/josef_und_potifars_frau.jpg 
So landetest du unschuldig im Gefängnis. Abstieg.

Doch auch hier war GOTT so mit dir, dass es den anderen nicht verborgen blieb. Du hast nicht geschmollt oder denen im Gefängnis das Leben schwer gemacht. Nein, du nahmst deinen Platz an und warst für die anderen da. Wie konntest du das? Es war ja nicht nur eine kurze Zeit. Ich denke, dass du es nur packen konntest, weil du GOTT ganz real an deiner Seite wusstest. Und ich vermute, dass es in dir viel mehr ab und auf ging, als uns in der Bibel erzählt wird. Denn ein Vergessener zu sein, tut sehr weh.
Endlich kam der Tag, an dem man sich wieder an dich erinnerte. Und deine Situation änderte sich schlagartig. Von ganz unten nach ganz oben erlebtest du einen rasanten Aufstieg zum zweiten Mann in Ägypten. Wie hast du das verkraftet? Wie konnte das gut gehen ohne dass du arrogant und ungenießbar wurdest. Sorry, dass ich so offen frage ...
Die Antwort ist genau die Textstelle, die mir heute wichtig wurde.
"GOTT hat dich wachsen lassen im Land deines Elends!"
Josef, das will ich nicht vergessen. Ich mag das Land des Elends nicht. Aber ich will nun nicht vergessen, dass GOTT mich gerade hier wachsen lässt. ER will uns nicht fertig machen. Nein, trotz all dem, was uns so schwer ist, lässt GOTT Gutes wachsen. Nur wir sehen das meinst erst viel später.
Was GOTT bei dir weiter wachsen ließ, ist auch eine spannende Geschichte.
Was ich mit GOTT erlebe, ist nicht so spektakulär, aber ich erlebe es auch, wie ER bei mir "dran" ist. Ganz "Ägypten" wird durch mich nicht gerettet, aber ich kann meine "kleinen Steinchen" zum Bau des Reiches Gottes beitragen. Und darüber freue ich mich.

Josef, so viel dazu von Deiner Bettina


Sr.Bettina Ernst
September 2012

Mittwoch, 26. September 2012

Fußballweisheiten

Qualität kommt von quälen. (Felix Magath)

Jeder kann sagen, was ich will. (Otto Rehhagel)

Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank! (Andreas Brehmer)

Montag, 24. September 2012

Aus der Humor-Ecke

Der stolze Vater prahlt beim Kaffee, wie toll sein zweijähriger Sohn schon sprechen kann. "Bubi, sag mal `Rhinozeros`!" Der Kleine kommt zum Tisch gekrabbelt, zieht sich an der Tischkante hoch, schaut skeptisch in die Runde und fragt: "Zu wem?"

Mittwoch, 19. September 2012

Überlassen



Überlass dem Herrn Die Führung
in deinem Leben;
vertrau doch auf IHN,
ER macht es richtig!
Deine guten Taten 
macht ER sichtbar
wie das Licht des Tages,
und deine Treue
lässt ER strahlen
wie die Mittagssonne.

Montag, 17. September 2012

Ein Wochen-Speiseplan

auch zu singen

1. Alle Menschen, groß und kleine,
leben nicht vom Brot alleine,
auch Kartoffeln müssen sein,
denn die schmecken immer fein.
II: Trulla trulla trulla laa:II
Auch Kartoffeln müssen sein, 
denn die schmecken immer fein.


2. Montag weiß ich was ich koche,
es ist der erste Tag der Woche.
Montags gibt`s Kartoffelbrei,
Speck und Zwiebel mit dabei.
Refrain
3.Dienstag möcht ich euch vertellen,
muss ich die Kartoffel pellen,
Dienstag schmeckt ganz delikat
die Kartoffel als Salat.
Refrain
4.Mittwoch woll`n wir mal versuchen
den Kartoffelreibekuchen.
Mittwoch steht auf unserm Tisch
leck`rer Puffer, groß und frisch.
Refrain

5. Donnerstag, da koch ich Klöße,
alle von egaler Größe,
Donnerstag schmeckt tadellos
die Kartoffel nur als Kloß.
Refrain

6. Freitag brauch ich die Fritteuse,
dass ich drin das Fett auflöse.
Freitag, ja, das ist kein Witz,
gibt`s Kartoffeln als Pommes frites.
Refrain

7. Samstag essen Ruth und Stoffel
gerne unsere Bratkartoffeln.
Samstag putzen alle weg
Bratkartoffeln mit viel Speck.
Refrain

8.Und  am siebten Tag der Woche
ich mal Salzkartoffeln koche.
Sonntag gibt`s zum Mittagsmahl
Salzkartoffeln auch einmal.
Refrain


9. Mancher rührt mit vielen Worten
auch noch die Kartoffelsorten.
Alle sehen wir daran,
was man mit Kartoffeln kann!
Refrain







Donnerstag, 6. September 2012

Albert Schweitzer erzählt

aus "Das weite Tor"









Aus meinen Kindertagen

Gleich in meiner ersten Schulzeit musste ich mit einem der schwersten Erlebnisse, die die Schule des Lebens für uns bereit hält, fertig werden. Ein Freund verriet mich. - Als ich zum erstenmal das Wort "Krüppel" hörte, wusste ich nicht recht, was ich mir darunter vorstellen sollte. Es schien mir geeignet, einem besonders starken Missfallen Ausdruck zu geben.

Die neu angekommene  Lehrerin Goguel hatte meine Gunst noch nicht erworben. Also wurde sie mit dem geheimnisvollen Worte bedacht. Darum, als ich mit meinem liebsten Kameraden die Kühe hütete, vertraute ich ihm mit geheimnisvoller Miene an: "Das Fräulein ist ein Krüppel, aber du sagst es niemand." Er versprach es.

Kurze Zeit darauf hatten wir auf dem Wege zur Schule einen Wortwechsel. Auf der Treppe raunte er mir dann zu: "Gut, jetzt sag ich aber dem Fräulein, dass du es `Krüppel`geheißen hast." Ich nahm die Drohung nicht ernst, denn ich hielt solchen Verrat nicht für möglich. In der Pause aber ging er wirklich ans Pult und meldete: "Fräulein, der Albert hat gesagt, dass du ein Krüppel bist." - Die Sache hatte keine Folgen, denn das Fräulein verstand nicht, was die Anzeige bedeuten sollte. Ich aber konnte das Schreckliche nicht fassen und brauchte Wochen, bis ich mich damit abgefunden hatte. Nun war ich wissend geworden über das Leben. Von den Streichen, die ich seitdem empfangen habe, waren manche schwerer als der erste. Aber so geschmerzt wie jener hat keiner.

Als ich noch nicht in die Schule ging, hatten wir einen gelben Hund, namens Phylax. Wie manche Hunde konnte er keine Uniformen leiden und ging immer auf den Briefträger los. Also wurde ich angestellt, zur Stunde des Briefträgers Phylax, der bissig war und sich schon an einem Gendarmen vergangen hatte, im Zaum zu halten. Mit einer Gerte trieb ich ihn in einen Winkel des Hofes und ließ ihn nicht eher heraus, bis der Briefträger wieder fort war. Welch stolzes Gefühl, als Tierbändiger vor dem bellenden und zähnefletschenden Hunde zu stehen und ihn mit Schlägen zu meistern, wenn er aus dem Winkel ausbrechen wollte! Aber das stolze Gefühl hielt nicht an. Wenn wir nachher wieder als Freunde beieinander saßen, klagte ich mich an, dass ich ihn geschlagen hatte. Ich wusste, dass ich ihn vom Briefträger auch abhalten konnte, wenn ich ihn beim Halsband fasste und streichelte.

Einen tiefen Eindruck machte mir ein Erlebnis aus meinem siebenten oder achten Jahr, Heinrich Räsch und ich hatten uns Schleudern aus Gummischnüren gemacht. An einem Sonntagmorgen in der Passionszeit sagte er zu mir: "Komm, jetzt gehen wir in den Rehberg und schießen Vögel." Dieser Vorschlag war mir schrecklich, aber ich wagte nicht zu wiedersprechen, aus Angst, er könnte mich auslachen. So kamen wir in die Nähe eines kahlen Baumes, auf dem die Vögel lieblich in den Morgen hinaussangen.  Wie ein jagender Indianer duckend, legte mein Begleiter einen Kiesel in das Leder seiner Schleuder und spannte sie. Seinem gebieterischen Blick gehorchend, tat ich unter furchtbaren Gewissensbissen dasselbe, nur fest gelobend, danebenzuschießen. In demselben Augenblick fingen die Kirchenglocken an, in den Sonnenschein und in den Gesang der Vögel hineinzuläuten. Es war das "Zeichen-Läuten", das dem Hauptläuten eine Stunde voranging. Für mich war es eine Stimme vom Himmel. Ich tat die Schleuder weg, scheuchte die Vögel auf, dass sie wegflogen und vor der Schleuder meines Begleiters sicher waren, und floh nach Hause. - Und immer wieder, wenn die Glocken der Passionszeit in Sonnenschein und kahle Bäume hinausklingen, denke ich ergriffen daran, wie sie mir damals das Gebot: "Du sollst nicht töten!" ins Herz geläutet haben.

Zweimal habe ich mit anderen Knaben mit der Angel gefischt. Dann verbot mir das Grauen vor der Misshandlung der aufgespießten Würmer und vor dem Zerreißen der Mäuler der gefangenen Fische, weiter mitzumachen. Ja, ich fand sogar den Mut, andere vom Fischen abzuhalten ...

Die Art, wie das Gebot, dass wir nicht töten und quälen sollen, an mir arbeitete, ist das große Erlebnis meiner Kindheit und Jugend, und neben ihm verblassen alle anderen.

Mittwoch, 5. September 2012

Pastor Wilhelm Busch erzählt

27.03.1897 bis 20.06.1966
siehe ISBN 3-7918-9   Seite 15-17


Pastor Wilhelm Busch erzählt


Es war ein wundervoller Maiabend. Aber mir war das Herz schwer, wie ich als blutjunger Rekrut am Kasernentor stand. - Vor drei Tagen hatte ich zu Hause erst Abschied genommen - mit großer romantischer Begeisterung. Und in diesen drei Tagen waren mir alle Illusionen zerschlagen worden. Wie einen "Helden" und Heiligen hatte ich bisher jeden Soldaten angeschaut. Aber nun sah ich hinter die Kulissen: rohe Wachtmeister ... der Hauptmann, der in uns Menschenmaterial aber nicht lebendige Herzen sah; die Kameraden, die von morgens bis abends keine andere Unterhaltung kannten als schmutzige Geschichten...

Mich fror - ich hatte Heimweh. Im Elternhaus nichts als Liebe und Herzlichkeit und Sauberkeit! Ich sah meinen Vater vor mir, wie er mich beim Abschied einen Augenblick in die Arme geschlossen und gesagt hatte:" Mein lieber Sohn! Gott bewahre dich an Leib und Seele."  Und dann - das fiel mir jetzt erst ein, denn in der Hochspannung meines Abschiedes war mir das sehr unwichtig erschienen: "In den ersten drei Wochen werde ich dich nicht besuchen können, weil mein Dienst mich festhält".

Hinter mir aus der Wachstube drang brüllendes Gelächter. Wie mich das anwiderte. Da hatte sicher wieder jemand einen der üblichen Witze erzählt, die zwar nicht witzig, aber dafür um so schmutziger waren ...

Ich fühlte mich unsagbar allein! Wenn ich mich nicht geschämt hätte - ich hätte geweint in meiner trostlosen Verlassenheit...

Da brauste eine Taxe heran. Sie hielt vor dem Kasernentor - und ich traute meinen Augen nicht: Heraus stieg mein lieber Vater. Mit einem Jubelruf warf ich mich ihm in die Arme. Er bezahlte den Chauffeur. Und dann zogen wir miteinander los. Glücklich nahm ich seinen Arm: "Du hast doch gesagt, du könntest mich in den ersten drei Wochen nicht besuchen!"

"Es ist eigentlich auch so", erwiderte er, "ich muss in einer Stunde schon wieder zurückfahren. Lass uns die Stunde recht nützen!"

"Und du bist für diese eine Stunde extra hergefahren?" Er nickte. Mir ging durch den Sinn, wie mühselig jetzt im Krieg das Reisen war: die überfüllten Züge und das zermürbende Warten, weil nichts mehr klappte.

"Papa", fragte ich, "warum hast du das getan?"
Da antwortete er - und es war als öffnete er sein ganzes Herz: "Ich habe gefühlt, dass mein Junge mich braucht."

Viele Jahre später saß ich mir einem Mann zusammen, der das Evangelium verachtete. Er hatte sich etwas besonderes ausgedacht: "Sehen Sie, erklärte er spöttisch, "da sagt Ihr Jesus: `Ich bin bei euch alle Tage.` Es ist ja komisch, wie er den Menschen richtig nachläuft. Er ist wohl auf uns angewiesen! Der braucht uns wohl! Der ist fertig, wenn sich keiner um ihn kümmert."

In diesem Augenblick fiel mir das Erleben mit meinem Vater ein, und ich erwiderte:  "Jawohl! Jesus läuft uns nach. Aber nicht darum, weil er uns braucht. Sondern - weil er weiß, dass wir IHN brauchen; weil er weiß, wie unsagbar einsam und verloren wir ohne ihn sind."

Da schwieg er still. Ob ihn ein Strahl der unendlichen Liebe getroffen hatte?


Donnerstag, 30. August 2012

Die Feinde

Aus dem Lesebuch "Das weite Tor"

Die Feinde

Es war am Vormittag, und endlich einmal schien die Sonne. Das Züricher Krankenhaus, das auf halber Höhe des Berges liegt, und der Garten davor waren davon durchwärmt. Die Kranken, die aufstehen durften, saßen vor der Tür auf den Bänken unter den kahlen Bäumen. Da saßen auch allerlei Soldaten: ein deutscher Jäger, der den Kiefer verbunden hatte, und ein deutscher Artillerist ohne rechten Arm. Auf der nächsten Bank saß ein französischer Infanterist und ergötzte sie an der Sonne und an einem Schweizer Stumpen. Alle Kranken, die Schmerz und Gefangenschaft hinter sich hatten, waren still und glücklich.

Aber da war ein ganz junger deutscher Infanterist; der machte seine ersten Gehversuche im Garten. Er hatte nur noch das linke Bein, das rechte fehlte bis zur Hüfte. Er war noch bleich und mager, aber sein ganzes Gesicht leuchtete vor Glück und Freude. Es schien, als ginge er heute zum ersten Male allein, ohne Hilfe. Er gebrauchte seine Krücken sehr ungeschickt; er kam nur ganz langsam vorwärts, er lächelte verlegen.

Schließlich kam er doch bis ans Tor, und nun noch drei Schritte, und er stand wieder auf der Straße - zum erstenmal - nach Jahr und Tag. Ja, da stand er nun, einbeinig, aber nicht hilflos. Entzückt sah er sich um.

Da kam ein riesiger schwarzer Hund die Straße herabgejagt seinem Herrn nach; er war ausgelassen und toll vor Freude, ein junges übermütiges Tier. Er stürmte an dem Soldaten vorbei, streifte ihn und riß ihm eine Krücke unter der Achsel fort, die andere glitt nach. Der arme Kerl stand einen Augenblick noch und wankte; dann fiel auch er hin ...  Und er blieb liegen, hilflos und erschrocken. Am liebsten hätte er geschluchzt; alle Freude, alle Selbstständigkeit war ihm so jäh genommen, nur weil ein Hund ihn angerannt hatte. 

Die anderen Kranken im Spitalgarten sahen ihn fallen, sprangen auf und eilten hin. Aber zuerst von allen war der französische Infanterist bei ihm. Er bückte sich und hob ihn auf mit starken Armen wie ein leichtes Kind. Aber nun stellte er ihn nicht hin. Er trug ihn an seiner Brust, der Franzose den Deutschen, in den Garten und durch die Allee ins Spital hinein; denn im Fall konnte der Wunde etwas geschehen sein. Und der kleine deutsche Soldat schlang seine Arme um den Hals seines Trägers, und die beiden, die nicht imstande waren sich mit Worten zu verständigen, lächelten sich an ...


Kurt Münzer




Mittwoch, 29. August 2012

Sportgeist

aus









Sportgeist
 
von H. Braun

Als bei den Olympischen Spielen von Amsterdam im Dreitausendmeter-Hindernislauf Nurmi gleich beim ersten Graben der Länge nach ins Wasser fiel, da drehte sich der vor ihm befindliche Franzose Duchesne um und zog den tropfnassen Finnen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Patsche.

Diese Begebenheit - sie spielte sich in wenigen Sekunden ab - ist damals den meisten Zuschauern und Berichterstattern der Olympischen Spiele entgangen; aber es wäre mehr als schade, wenn sie vergessen würde.

Versetzt euch doch einmal in die Lage!

Duchesne, der vorne lag, hörte hinter sich das finnische Weltwunder in Wasser fallen. Bis zu diesem Augenblick konnte er etwa folgende gedacht haben: "Ich habe gegen Nurmi zu laufen, welch ein Pech!
Ich weiß, was ich kann. Aber gegen den ankommen? Hoffnungslos!"
So etwa.

Oder er könnte auch gedacht haben: "Ich habe gegen Nurmi zu laufen. Gegen Nurmi! Ich will, ich muß, ich werde riskieren, besser zu sein als er. Irgendeiner muß ihn doch schließlich irgendwann einmalbesiegen, warum soll das nicht ich sein? Ich fühle mich glänzend in Form. Und wer weiß, vielleicht - es gibt Zufälle - kommt mir noch was zu Hilfe ..."

"Da ist die!" konnte Duchesne denken, "da ist sie, die Chance! Nurmi zappelt im Wasser; Pech für ihn. Los, Duchesne, heut wird du erster!"

So konnte Duchesne denken.

Aber Duchesne drehte sich um, ohne zu zögern, und half Nurmi heraus.

Wenn es Denkmäler gäbe für sportlichen Geist, nicht bloß für sportliche Leistungen, so hätte sich der Franzose Duchesne eine verdient, und ich setze ihm ja auch eines, hier, mit ein paar armen Worten.

Denn der Sieg, den er davontrug, ist und wiegt schwerer als ein Sieg über den anderen: der Sieg über sich selbst!

Duchesne und Nurmi liefen weiter. Die andern hatten sie überholt. Wird es dabei bleiben? Nurmi holt auf. Duchesne mit. In der letzten Runde sind diebeiden den übrigen um viele Meter voran. Nurmi ist erster. Duchesne dicht hinter ihm.

Da, einen halben Meter vom Ziel, stoppt Nurmi. Er will Duchesne als ersten durchs Ziel lassen. Aber Duchesne lächelt und nimmt es nicht an. So ziehen beide mehr neben- als hintereinander übers Band in ihren wahrlich mehr als doppelten Sieg.

Wer das dumm findet, der möge sich schämen. Wer es bewundern kann, der ist auf gutem Weg. Wer aber sich vornimmt und es sich zutraut,ebenso zu handeln, wenn es der Zufall will, der sei dafür umarmt. Selbst, wenn er unterliegt: er ist der wahre Sieger!



Montag, 27. August 2012

Der Mann, der alle Grenzen sprengt

Jesus, der Mann, der alle Grenzen sprengt

Kennen wir Jesus?
Kann ER das?
Ist ER der Mann, der alle Grenzen sprengt?
Sollte es etwa heißen:
Jesus, der Mann, der manche Grenzen sprengt?
oder vielleicht:
Jesus, der Mann, der viele Grenzen sprengt?
Nein, Jesus sprengt alle Grenzen!
Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?
Bei Gott ist kein Ding unmöglich!
Damit kann ich rechnen,
wenn scheinbar Unmöglichkeiten vor mir liegen.
Auch wenn ich erschrocken frage:
"Wie soll das zugehen?"
Grenzerweiterung will ER mir schenken.
Die Grenze ist aufgehoben.
"Siehe, der Vorhang im Tempel ist zerrissen!"
Ich kann mit dem heiligen Gott zusamen kommen.
Der Himmel ist offen!
Der Weg ist frei!
"Ich bin die Tür" sagt Jesus,
"der Eingang in das Leben"
... und doch - kenne ich Jesus?
Warum lebe ich dann so eingegrenzt?
"Sollte ER wirklich gesagt haben...?"
Ist ER wirklich der Mann, der alle Grenzen sprengt? -
Wenn ja, dann, "Herr, erweitere meine Grenzen." -
Ich mag die Enge nicht mehr,
ich sehne mich nach Weite!
Weite meinen Horizont,
damit ich erfahre: DU schenkst Erfüllung des Lebens!
Deinen Verheißungen will ich keine Grenze setzen -
so ärmlich will ich nicht leben!
Dein Reichtum ist grenzenlos!

Ja, HERR JESUS,


DU bist der Mann, der alle Grenzen sprengt!   



         

Donnerstag, 23. August 2012

Herr, ich sehe Deine Welt


Was für ein Tag!
Ich kann es kaum glauben,
was ich heute erlebt habe.
Doch wenn ich um mich herumschaue,
ist es wirklich wahr.

Ich kann sehen!
Den blauen Himmel,
die Häuser,
die Menschen und die Tiere.

Was ist denn daran besonderes? -
wird sich mancher fragen.
Es ist total besonders,
denn heute früh 
war ich noch der blinde Bettler
am Straßenrand von Jericho.

Ein Tag wie jeder andere.
Doch plötzlich hörte ich,
dass etwas besonderes los sein musste.
Es war so unruhig
in der Stadt.
Und es waren so viele Menschen unterwegs.
Ich spitzte meine Ohren
und bekam mit,
dass Jesus von Nazareth
heute
durch unsere Stadt ziehen würde.
Ich hatte schon von ihm gehört.
Wunder hatte er getan,
viele Wunder.
Kranke wurden heil,
Besessene  wurden frei
und sogar Tote
wurden wieder lebendig.
Und dieser Jesus
kam heute in unsere Stadt?
Wo ich wohne,
der blinde Bartimäus?
Kann er auch ...?
Ob er mich auch ...?
Leise Hoffnung
kam in mir auf.
Wenn ich nur nicht verpasse,
wenn er in meiner Nähe ist!
Am besten ich rufe so laut
nach ihm,
wie ich kann.
"Jesus, du Sohn Davids,
erbarme dich über mich!",
schrie ich.
Einmal, zweimal, immer wieder.
Obwohl das den anderen gar nicht passte.
sie sagten, ich sollte still sein.
Aber
haben die eine Ahnung,
wie es ist,
blind zu sein
und nun solch eine Chance zu haben?
Ich ließ mich nicht einschüchtern.

Plötzlich spürte ich,
dass sich die Situation änderte.
Jesus war stehen geblieben
und rief nach mir.
Unglaublich!
Die Menschen riefen mir zu:
"Sei getrost!
Steh auf;
er ruft dich!"

Ich ließ meinen Mantel fallen
und versuchte
so schnell wie möglich
zu Jesus zu kommen.
Als ich vor ihm stand,
hörte ich ihn sagen:
"Was soll ich für dich tun?"
Ja, was wohl?
"Rabuni, dass ich sehen kann!",
vernahm ich meine eigene Antwort.

Darauf sagte Jesus zu mir:
"Gehe hin;
dein Glaube hat dich geheilt!"

Und dann,
ja, dann konnte ich ... sehen!
Ja, ich kann sehen!

Als erstes meinen Retter Jesus!
Und all die Farben,
die vielen Menschen 
und die Straße,
wo ich nun keinen Stammplatz mehr brauche.

Denn ich kann sehen,
ich kann mitgehen,
ich folge nun meinem Retter! 

Sr. Bettina Ernst
zu Markus 10, 46 bis 52   

  
 Herr, ich sehe deine Welt,
das weite Himmelszelt,
die Wunder deiner Schöpfung.

Alles das hast du gemacht.
den Tag und auch die Nacht.
Ich danke dir dafür.

Darum bete ich dich an,
 weil ich nicht schweigen kann.
Die Freude füllt mein Singen.
Staunend habe ich erkannt,
ich bin in Deiner Hand
und du lässt mich nicht los.
  
  

Zukunft und Hoffnung

Wer vertraut, hat Zukunft, wer vertraut steht fest, weil der Herr des Lebens ihn nicht fallen lässt. Lass dich nicht entmutigen, Jesus steht dir bei. Er macht deine Zukunft hell. Jesus ist dein Licht!